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Verlassene Gehöfte und Siedlungen - Mikro Chorio

Tilos hatte in früheren Zeiten wesentlich mehr Einwohner. Dem Betrachter wird das allein schon durch die teilweise noch gut erkennbaren Terrassenfelder deutlich. Im Norden, in der Bucht von Agios Antonius und im Westen, in der Bucht von Eristos, gab es vermutlich antike Siedlungen, die bis zur frühchristlichen Zeit bewohnt waren. Überall auf der Insel liegen verstreut alte Gehöfte. mehr oder weniger gut erhalten. Manche haben sogar noch einen Dreschplatz, einen Backofen und einen angebauten Stall. Ein Dorf, welches nur zur Bestellung der umliegenden Terassenfelder bewohnt war und daher auch ohne Kirche und Friedhof, ist Gera. Einfach dem Weg bei Ag. Stefanos bergauf folgen.

Eine ganz besondere Wanderung jedoch kann man in das verlassene Dorf Mikro Chorio unternehmen. Der Weg geht von der Hauptstraße nach Megalo Chorio ab und ist beschildert.
Man findet das Dorf, genauso wie den Hauptort, an einem Bergrücken in prädestinierter Lage. Gekrönt von einem der 7 noch teilweise erhaltenen Kastros. Daher kann man die Gründung des „kleinen Dorfes“ wohl zu Beginn des 12./13. Jahrhunderts vermuten. In die Festungsmauern flüchteten sich die Einwohner bei Piraten- und Türkenüberfällen, die sie von dort oben aus rechtzeitig sehen konnten.

Die einzelnen Häuser bezeugen noch heute einen gewissen Wohlstand der früheren Bewohner. Alte Einwohner aus Livadia, die früher in Mikro Chorio lebten, versichern heute noch gerne wie schön es früher dort war. Jedoch kann man den Besitz der Menschen von Tilos, die fast ausschließlich Landwirtschaft betrieben nicht mit dem Reichtum der Symioten vergleichen, die ihren Lebensunterhalt auf dem Meer verdienten. Während der Türkenherrschaft wurden die Häuser immer kleiner.

„Ein Haus, in das man gerade noch hineinpaßt, und ein Feld, das man gerade noch sehen kann“, schien den genügsamen Teliern <maßgerechter> Besitz. Fast jedes Haus hatte im Hof seine eigene Ölpresse und einen Backofen. (Ilias Kolias, DuMont Kunst Reise-führer „Griechische Inseln“). So ist der Eindruck der überwiegenden Mehrzahl der Häuser von Mikro Chorio wohl der eines Dorfes zur Zeit der italienischen Besatzung.  

Der Ort wurde nach dem Ende des 2. Weltkrieges nach und nach aufgegeben. Die Kampfhandlungen zwischen deutschen und englischen Soldaten beschleunigten den Niedergang des Dorfes. Einige Einwohner siedelten, wie schon erwähnt, nach Livadia, andere nach Rhodos, Athen, Deutschland oder in die Vereinigten Staaten.



Seit einigen Jahren werden alte Häuser restauriert. In einem dieser Häuser und davor finden in den Sommermonaten Juli und August ab 24.00 h nachts Disco-Veranstaltungen statt. Viele leerstehende Häuser sind dann illuminiert, und vor dem Hintergrund des völlig verlassenen Dorfes entsteht eine einmalige Atmosphäre. Wer tagsüber auf der Insel den Supermarktbesitzer, den Postangestellten oder den Bürgermeister sucht, dort sind sie alle zu finden.

Wem diese moderne Form der Unterhaltung nicht liegt, kann vielleicht Gefallen finden an der Panagyri, dem Dorf- oder Kirchweihfest, welches in und um die restaurierte Kirche von Mikro Chorio gefeiert wird und zwar zu Maria Himmelfahrt am 15. August.


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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 05. Mai 2009 um 12:48 Uhr