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Fledermäuse 

fledermaus-kleinWettrüsten auf hohem technischen Niveau.  

Vor ca. 200 Millionen Jahren hatten die Dinosaurierer auf der Erde das Sagen. Ein kleiner Seitenzweig der Kriechtiere hatte sich allerdings etwas anders entwickelt. Sie waren im Verhältnis zu den Dinos sehr klein, und hatten deswegen bei der Futtersuche mit den großen Dinosauriern Probleme. Um zu überleben, mussten sie eine neue ökologische Nische finden.

Es wurde Nachts gejagt. Das ging aber nur dann, wenn man seinen Blutkreislauf plus Körpertemperatur auch Nachts konstant hoch halten konnte. Im Gegensatz dazu sind die Echsen auf die wärmende Sonne angewiesen. Eine gleichmäßige Körpertemperatur hatte auch den Vorteil einer neuen Fortpflanzungtechnik. Der Nachwuchs konnte im Körper des Weibchen heranwachsen. Das Eierlegen war überflüssigt, und somit war das Säugetier entstanden.

Ein zweites Problem musste noch gelöst werden. Die zu jagenden Insekten waren Nachts nicht zu sehen. Die visuelle Erkennung war nicht brauchbar, und es entwickelte sich eine "Ultraschallorientierung." Die Fledermaus war entstanden, und überlebte auch die Dinonaurier.

Wärend beim Menschen der Hörbereich zwischen 20 bis 20000 Hz liegt,  haben die Fledermäuse ein Spektrum von 1000 bis 120000 Hz. Hunde können immerhin noch bis 50000 Hz hören.

Die Fledermäuse können nicht nur diese hohen Töne hören, sondern auch erzeugen. Die Laute werden wie bei anderen Säugetieren  im Kehlkopf erzeugt. Die Schallabstrahlung erfogt dann durch das Maul oder die Nase. Treffen die Schallwellen auf ein Insekt, werden sie zurück geworfen und von den empfindlichen Ohren der Fledermäuse registriert. Durch die hohen Frequenzen ist eine präzise Ortung möglich. Versuche haben ergeben,  daß Fledermäuse sogar noch in der Lage sind, Drähte oder Fangschnüre von 0,1 mm Durchmesser zu erkennen. Somit ist die Echoortung einer Mücke kein Problem.

Es gibt ca. 900 Fledermausarten auf der Welt, davon 37 in Europa. Je nach der Art verwenden die Fledermäuse unterschiedliche "Frequenzen." Da die nachtaktiven Tiere schlecht zu beobachten sind, kann mit dem charakteristischen Frequenzprofil eine Einordnung vorgenommen werden. Allerdings ist hierzu ein sogenannter "Bat-Detektor" notwendig. In diesem Gerät werden die hohen Töne elektonisch in den menschlichen Hörbereich transformiert. Mit einer geeigneten Software kann zusätzlich noch ein Frequenzdiagramm erstellt werden.

Frequenzdiagramm und Ruflaute der Grossen Hufeisennase. Quelle der Ruflaute: "www.fledermausschutz.ch"  

 
Fledermäuse auf Tilos

Die Fledermauspopulationen sind auf Tilos noch völlig unerforscht. Es sind bisher nur 3 Arten nachgewiesen. Die Blasius-Hufeisennase und die Kleine Hufeisennase. Eine genauere Untersuchnung würde möglicherweise noch weitere Arten nachweisen. Die ökologischen Rahmenbedingungen sind noch gut, aber der Abriss alter Häuser und die Zuschüttung kleinerer Höhlen im Ortsbereich, machen die Lebensräume für Fledermäuse nicht gerade größer.

Blasius-Hufeisennase 

Die Blasius-Hufeisennase wurde im Frühjahr 2007 im Rahmen einer Beringungsaktion für Vögel zufällig gefangen. Beschrieben in der Monatsausgabe von Euronatur Heft 4/2007. Die Blasius-Hufeisennase (Rhinolophus blasii) ist eine mittelgroße Fledermaus . Das charakteristische Merkmal, die breite Hufeisennase, ist relativ groß. Die Fellbasis ist hell bis weiß, Rücken graubraun, die Schauze hat eine rosa Farbe. Sie hat eine Spannweite ca. 270 - 310 mm und ein Gewicht von 10-17 g. Verbreitung ist das östliche Mittelmeer Griechenlands und die nordafrikanische Küste. Die Ortungslaute sind im Verhältnis zu anderen Fledermausarten in einem hohen Frequenzbereich angesiedelt.. Die cf-Laute liegen zwischen 93 bis 98 kHz.   (1 kHz = 1000 Hz)

Der Lebensraum sind warme Gebiete mit lockerem Baumbestand in der Nähe von Gewässern. Da es die meiste Zeit des Jahres auf Tilos sehr trocken ist, dürfe der künstliche offene Wasserspeicher zwischen Megalo Chorio und Eristos für die Blasius-Hufeisennase von Interesse sein. Von der "Blasius-Hufeisennase" aus Tilos liegen leider keine Fotos vor.

Kleine Hufeisennase 

Die Kleine Hufeisennase ist mehrfach im Raum Livadia lokalisiert worden. Sie ist zwar noch nicht eindeutig als Kleine Hufeisennase zu bestimmen gewesen, aber die Körpergröße und ihre Laute im Bereich von 100 kHz und höher, lassen auf eine Rhinolophus hipposideros schließen. Die Kleine Hufeisennase gehört in Europa zu den kleinsten Fledermaus-Arten: Kopf-Rumpf Länge ca. 4 bis 6 cm, und eine Flügelspannweite von ca. 19 bis 23 cm. Das Fell ist auf dem Rücken braun, und die Unterseite hat eine gräulich-weiße Färbung.

Die Sommerquartiere sind alte Häuser und Höhlen. Winterquartiere sind ebenfalls Häuser und Höhlen, wobei noch nicht geklärt ist, wo sie sich im Winter auf Tilos aufhalten. Bei der letzten Begehung im Winter 2008/9 ist nur noch eine Fledermaus in Winterschlafstellung in einer Höhle vorgefunden worden.

Die Kleine Hufeisennase kommt im ganzen europäischen Raum vor, aber sie ist in Deutschland nur noch sehr selten anzutreffen. Im südlichen Europa ist sie noch weit verbreitet, ebenfalls in Teilen von Nordafrika und im Vorderen Orient bis nach Kaschmir. Die Fotogalerie zeigt die Kleine Hufeisennase in Sommer- und Winterquartieren auf Tilos.  

Graues Langohr

In dem Video-Film von Jim Osborne aus dem Jahr 2008/09 wird eine Fledermaus in einer Kapelle auf den Höhen vom Profitis Ilias lokalisiert und gefilmt. Die äußere Form lässt vermuten, das es ein Graues Langohr ist.

 




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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 05. September 2013 um 16:57 Uhr